Aktiver Bildungsurlaub in Slowenien

Fluss statt Seminarraum, Erleben statt Power-Point, intensiver Austausch statt Online-Lernen und tolle Teilnehmer und Teilnehmerinnen - so könnte man eine spannende Woche in Slowenien zusammenfassen ...

Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Berlin nahmen an einem aktiven Bildungsurlaub der Leb in Slowenien teil. Im Rahmen eines Soft Skill Trainings und Kajakkurses standen berufliche Schlüsselqualifikationen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Ansatzpunkt war die faszinierende Sportart Wildwasserkajak, die für diese Thematik viele Lernmöglichkeiten bietet. Insbesondere erfordert das sichere Befahren eines anspruchsvollen Wildwasserabschnittes klare Kommunikation, Kooperation, Teamfähigkeit und nicht zuletzt eine gewisse Stresskompetenz der Teilnehmer...

Deutlich wurde der Zusammenhang gerade beim Thema Risikomanagement, in der Besichtigung von Schlüsselstellen und der Planung einer sicheren Befahrung durch die Gruppe sowie der Reflexion auf die eigenen Kompetenzen und der eigenen Motivation - psychologische Aspekte im konstruktiven Umgang mit Stress und Entscheidungsfindung inklusive.

Der Traumfluss Soca ist im Oberlauf eingebettet im slowenischen Triglav Nationalpark, der in den Julischen Alpen eine ursprüngliche Bergwelt bewahrt. Alpine Naturräume kommen hier zusammen mit dem milden Klima des nahen Mittelmeers und schaffen im Kombination mit der herrlichen Flusslandschaft eine ganz eigene und ganz besondere Atmosphäre.

Geschichtlich bietet das Soca Tal Wege, Gedenkstätten und Orte der politischen Bildung, die sich mit der Isonzo-Front des 1. Weltkrieges beschäftigen. Der erbitterte Stellungskrieg erstreckte sich über die Berge und Täler der Region. Insgesamt gab es 12 Isonzo-Schlachten (Isonzo ist der italienische Name der Soca) und es fanden allein in dieser Region mehr als 300 000 Soldaten ihren Tod. Ein touristisches Highlight ist das Weltkriegsmuseum in Kobarid, welches eindrucksvolle und grausame Einblicke in die slowenische und europäische Geschichte bietet und die Aktualität eines offenen und demokratischen Europas vor Augen führt.

Die im Raum stehenden Pläne, die Soca im Namen der sogenannten sauberen Energie Wasserkraft durch Staudämme zu zerstören, sind, wie von Einheimischen zu erfahren, noch immer nicht ganz vom Tisch. Nahezu alle Flüsse im Alpenraum sind durch Kraftwerke verbaut und es gibt nur noch einige wenige Flüsse, die frei und natürlich fließen können. Die Soca gehört zumindest im Oberlauf noch dazu.

Das Tal profitiert seit einigen Jahren vom Kanutourismus, der hier als Gegenpol zu den Interessen der Energielobby steht. Aber auch im Bereich des Kanutourismus wurde deutlich, dass es aus Naturschutzgründen eine Reglementierung der Befahrungen geben muss. Es bleibt spannend und es ist ein lohnenswertes Ziel, diesen ursprünglichen Naturraum zu schützen.

 

Weiterführende Links:

https://www.kobariski-muzej.si/deu/

https://www.balkanriverdefence.org

https://www.soca-valley.com/de/