Projekt „Haltung – Entwicklung von Haltungen“
Ausgangslage und Idee
Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Projekt „Narrative Ethik im Kontext des gesellschaftlichen Wandels“ (2025) entwickelt die LEB dieses Folgeprojekt.
Das Vorgängerprojekt widmete sich der Frage, wie gesellschaftliche Veränderungen aktiv, reflektiert und verantwortungsvoll mitgestaltet werden können. Im Zentrum stand dabei die Arbeit mit Narrativen als wirkungsvollem Instrument gesellschaftspolitischer Bildung. Ziel war es, die Teilnehmenden für die Wirkung von Geschichten zu sensibilisieren und ihnen sowohl gestalterische als auch analytische Werkzeuge zu vermitteln. Diese sollten sie befähigen, Narrative bewusst einzusetzen, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Hier setzt das Folgeprojekt an: Wie entsteht Haltung? In welchem Verhältnis stehen körperliche Haltung und geistige Haltung? Und inwiefern beeinflussen sie sich gegenseitig? Aus Werten wird Haltung, und aus Haltung Handlung – wie bedingt sich das gegenseitig.
Zielsetzung
Ziel des Projekts ist es, Menschen dabei zu begleiten, ihre grundlegenden Werte zu erkennen und zu reflektieren, ihre verbindende Kraft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und ihre Bedeutung für mutiges, orientiertes Handeln in Zeiten des Wandels zu erschließen. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich Werte in der Körperhaltung ausdrücken und wie Körperhaltung Denken und Handeln beeinflusst. Ergänzend dazu bieten die Workshops den Teilnehmenden die Möglichkeit, zu erfahren, wie innere Einstellungen im äußeren Ausdruck sichtbar werden. Aus Werten entsteht Haltung, und aus Haltung Handlung. Ziel ist die Förderung reflektierter, demokratischer Haltungen und aktiver gesellschaftlicher Teilhabe.
Dabei wird Haltung nicht als abstraktes Konzept verstanden, sondern als lern- und trainierbare Handlungskompetenz.
Der eine zentrale Bestandteil des Projekts ist das Workshopformat „NOPE – Finde deine Haltung“.
Die Workshops schaffen einen geschützten Lern- und Erprobungsraum, in dem Teilnehmende ihre eigene Haltung entwickeln, reflektieren und praktisch erproben können. Haltung wird dabei als innere Orientierung verstanden, die sich im Handeln zeigt – insbesondere in Situationen, in denen Widerspruch, Verantwortung oder klare Positionierung gefragt sind.
Viele Menschen wissen, wofür sie stehen, zeigen ihre Haltung jedoch im Alltag nicht konsequent – etwa aus Unsicherheit, Konfliktscheu oder sozialem Druck. Genau hier setzt das Projekt an: Es stärkt Handlungssicherheit und ermutigt dazu, Position zu beziehen und Grenzen zu setzen.
Die Workshops arbeiten bewusst erfahrungsorientiert und interaktiv. Methoden wie Rollenspiele, Fallarbeit, Gruppenprozesse, situative Übungen und Elemente aus dem darstellenden Spiel ermöglichen ein aktives Lernen. Haltung wird nicht nur besprochen, sondern konkret eingeübt.
Die Formate sind niedrigschwellig, intergenerationell und lebensweltorientiert gestaltet. Sie greifen die Erfahrungen der Teilnehmenden auf und fördern Austausch, Reflexion und Perspektivwechsel.
Der Titel ist dabei Programm: „NOPE“ steht für den Mut, Grenzen zu setzen, Position zu beziehen und zu sagen: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Oder: „Ich sehe das anders.“
Die Pilot-Workshops werden am 24.10.2026 im Chancenhaus Bad Kreuznach und am 06.11.2026 in den Räumen des Vereins Lernzirkel in Ludwigshafen stattfinden.
Kooperation mit anderes lernen e. V.
Die Workshops werden gemeinsam von der LAG anderes lernen e. V. und der LEB e. V. umgesetzt.
anderes lernen e. V. verantwortet die Konzeption und Durchführung der Workshops mit Schwerpunkt auf diskriminierungskritischer, empowernder Bildungsarbeit und praktischen Übungen zur Entwicklung von Haltung. Die LEB e. V. verantwortet das Projekt „„Haltung - Entwicklung einer wertebasierten Haltung“.
Im Fokus stehen theoretische Grundlagen, interdisziplinäre Perspektiven sowie der Zusammenhang von Haltung, Körper und Wahrnehmung.
Durch diese Kooperation entsteht ein integriertes Bildungsangebot, das Praxis, Theorie und gesellschaftliche Erfahrung systematisch verbindet.
Methoden und Formate
Das Projekt arbeitet mit erfahrungsorientierten, interaktiven Bildungsformaten. In Workshops mit Rollenspielen, Fallbeispielen, Gruppenarbeit und Reflexionsübungen setzen sich die Teilnehmenden aktiv mit Diskriminierung auseinander und entwickeln eigene Handlungsstrategien.
Digitale Lernmaterialien, Interviews, Arbeitsblätter und multimediale Inhalte ergänzen die Präsenzformate und ermöglichen selbstständige Vertiefung über den Workshop hinaus.
Die Kombination aus analogem Lernen, digitalen Ressourcen und biografischen Perspektiven schafft ein vielschichtiges Bildungssetting.
Zielgruppen
Das Projekt richtet sich an interessierte Bürgerinnen ab 16 Jahren sowie an Multiplikator*innen und Bildner*innen. Über Social Media werden insbesondere auch jüngere Zielgruppen (ca. 16–45 Jahre) angesprochen.
An den Workshops werden planmäßig zwischen 16 und 60 Menschen teilnehmen.
Über die Webseite und die Instagram-Kampagne werden voraussichtlich weitere 1.000 Menschen erreicht.
Erwartete Wirkungen
Das Projekt stärkt das Bewusstsein für Diskriminierung und menschenfeindliche Einstellungen und fördert eine reflektierte, handlungsfähige Haltung.
Teilnehmende gewinnen Sicherheit darin, Positionen klar zu vertreten, Argumentations- und Handlungskompetenz im Alltag zu stärken und demokratische Werte aktiv zu verteidigen.
Darüber hinaus entsteht ein Multiplikatoreffekt: Wissen, Erfahrungen und Haltungen werden in soziale Kontexte weitergetragen.
Die Einbindung marginalisierter Perspektiven durch Interviews erhöht die Sichtbarkeit betroffener Menschen und stärkt gesellschaftliche Sensibilisierung.
Insgesamt trägt das Projekt zur Stärkung einer diskriminierungskritischen, dialogorientierten und demokratischen Debattenkultur bei.
Nachhaltigkeit und Verstetigung
Die Projektergebnisse werden langfristig gesichert und öffentlich zugänglich gemacht. Dazu gehören die Website, digitale Lernmaterialien sowie die dokumentierten Interviews.
Die Inhalte werden über Social Media, Newsletter und Netzwerke breit verbreitet und bleiben dauerhaft verfügbar. Dadurch entsteht eine nachhaltige Bildungsressource, die auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden kann.
Die Wirkung wird durch kontinuierliches Feedback aus Workshops, Social-Media-Interaktionen und Website-Analysen begleitet und weiterentwickelt.
Die Teilnehmenden tragen ihre Lernerfahrungen in ihre Lebens- und Arbeitskontexte weiter und wirken dort als Multiplikator*innen.
Perspektive
Für 2027 ist eine Weiterentwicklung des Projekts in eine Veranstaltungsreihe vorgesehen, um die Inhalte in die Fläche zu bringen und langfristig zu verstetigen.
Die entwickelten Materialien und Methoden sichern eine nachhaltige Nutzung in der Erwachsenenbildung sowie der politischen und kulturellen Bildung und bilden die Grundlage für weiterführende Veranstaltungsformate.
